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Will My Parents Come to See Me
Interview im The Gap:
Mo Harawe über „Will My Parents Come to See Me"
WILL MY PARENTS COME TO SEE ME hat den Österreichischen Filmpreis für den Besten Kurzfilm 2023 gewonnen.
Somalia. Eine Polizistin sitzt in ihrem geparkten Auto. Nach einer Weile steigt sie aus, setzt ihre Dienstkappe auf und betritt das Gefängnis. Dort sind für den jungen Farah entscheidende Stunden angebrochen. Um ihn herum beginnt eine organisatorische Maschinerie anzulaufen. Farah wird von einer Ärztin untersucht, vom Gerichtsdiener instruiert, von einem Imam betreut werden. Er wartet auf den Besuch seiner Eltern. “Wie geht es dir”, ist die Frage, die Farah an diesem Tag jeder stellt. “Gut”, ist seine immer gleiche, kn
...Somalia. Eine Polizistin sitzt in ihrem geparkten Auto. Nach einer Weile steigt sie aus, setzt ihre Dienstkappe auf und betritt das Gefängnis. Dort sind für den jungen Farah entscheidende Stunden angebrochen. Um ihn herum beginnt eine organisatorische Maschinerie anzulaufen. Farah wird von einer Ärztin untersucht, vom Gerichtsdiener instruiert, von einem Imam betreut werden. Er wartet auf den Besuch seiner Eltern. “Wie geht es dir”, ist die Frage, die Farah an diesem Tag jeder stellt. “Gut”, ist seine immer gleiche, knappe Antwort. Erst als die Polizistin Farah am nächsten Morgen aus der Stadt bringt, wird das Unaussprechliche schmerzvolle Realität.
Was so ein Alltag aus den Menschen macht, davon erzählt WILL MY PARENTS COME TO SEE ME. Die Gefühlswelt der Figuren ist geprägt von unüberwindbarer Schwere. Jede Bewegung wird zum Kraftakt. Gesagt wird nur noch das Nötigste. Selbst die Kamera kann sich kaum annähern. Oft bleibt sie vor den Gittern stehen oder muss über die Mauer blicken. Draußen rauscht der Wind vorbei und ist eine Musikkapelle zu hören. In Mo Harawes Film gibt es kein Gut und kein Böse, kein richtig oder falsch. Es gibt nur das Leben, an das sich jeder klammert. (Dominique Gromes)